Smoezel und Spetter

Smoezel 8 Wochen alt
Smoezel 8 Wochen alt
Liebe Eurasierfreunde,

Ich hätte nie erwartet, dass ich noch einmal an einen anderen Hund denken würde, falls wir uns von unseren geliebten Eurasierrüden Anthus vom Bremecketal und Herbie aus dem Drawehn verabschieden müssten.
Leider war es letztes Jahr soweit. Unser Herbie, gut elf Jahre alt, ist an Lymphknotenkrebs erkrankt, dass sehr wahrscheinlich durch zuviele Tollwutimpfungen verursacht wurde.Trotz dieser Diagnose hatten wir noch eine kurze, aber schöne Zeit zusammen, was uns den Abschied ein wenig erleichtert hat. Wie erwartet fehlte uns Herbie furchtbar und wir waren unendlich traurig. Zu meiner Überraschung war es aber auch ganz klar, dass ich einen neuen Lebensfreund brauchte. Es sollte (und wird auch nie) ein Ersatz für unseren Herbie sein, aber wir brauchten für uns und Anthus eine neue "Lebensfreude".

Ich habe mich also über die Welpenvermittlung des EZV bei Frau Casper gemeldet, woraufhin sie mich an Familie Janßen (Eurasier vom Dollart) weitergeleitet hat. Dort habe ich mich sofort telefonisch gemeldet.
Frau Janßen und ich haben uns auf anhieb gut verstanden. Wir lieben Eurasier und nach einem langen Gespräch, in dem ich ihr von dem Tod unseres geliebten Herbie erzählt habe, hat sie uns einen Welpen zugesagt, falls Femi trächtig sein würde. Diese freudige Nachricht, vielleicht bald wieder einen Gefährten für Anthus und uns zu haben, hat mir in der derzeitigen Situation wieder Kraft gegeben. Mit der Trauer über Herbie einerseits und das Glück auf einen baldigen Welpen andererseits, habe ich mein inneres Gleichgewicht ein wenig wiedergefunden.

Spetter 8 Wochen alt
Spetter 8 Wochen alt

Als Femis Trächtigkeit durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt wurde, hatten mein Mann und ich die schöne Idee, ein neues Halsband zu kaufen, um uns die Wartezeit etwas zu versüßen. Wir konnten uns nicht zwischen einem Grünen und einem Orangenen entscheiden...also kauften wir zwei Halsbänder.

Als der A-Wurf endlich geboren wurde, konnten wir auf den Fotos erkennen, dass einer der Rüden orange und ein anderer grün gekennzeichnet wurde...war das ein Vorzeichen??? Ganz vorsichtig habe ich der Züchterin von unserem Traum erzählt, zwei Rüden gleichzeitig aufzuziehen. Sie hat diese Idee zum Glück nicht abgewiesen und versprach uns, die Beiden in den nächsten Wochen ganz genau zu beobachten und zu schauen, ob die Zwei sich gut verstehen und auch von ihrem Wesen her nicht zu gleich sind.

Und Sie ahnen es schon...tatsächlich waren diese beiden Welpen immer zusammen. Dank des Vertrauens von Frau Janßen  durften wir uns in vier Wochen zwei Welpen abholen. Wir entschieden uns für die Namen Spetter (bedeutet auf holländisch "Schönling") und Smoezel ("kleine Kuschelmaus") und wir freuten uns riesig auf die Beiden. Ab diesem Tag haben wir Spetter und Smoezel jede Woche besucht. Es wurde viel geschmust und tausend Fotos gemacht, damit wir nie vergessen, wie klein und niedlich sie einmal waren.

In der Zwischenzeit habe ich im Internet recherchiert. Welche Erfahrungen haben andere Menschen mit zwei Welpen aus einem Wurf gemacht? Es war enttäuschend. Mit "geht nicht, kann man nicht und machen wir nicht", kann ich es gut zusammenfassen. Der letzte Beitrag, den ich gelesen habe, stand in einem Buch über Rudelhaltung. Ich zitiere:  " Um es gleich vorweg zu bemerken: Diejenige, die sich mit dem Gedanken tragen, eventuell direkt zwei Welpen, womöglich auch noch Geschwister, in den Haushalt aufzunehmen, ist von dieser Idee wirklich abzuraten. Eine Welpe alleine benötigt schon die höchste Aufmerksamkeit und Zuwendung, mit einem weiteren Winzling ist man in der Regel sehr schnell überfordert und kann ihm deswegen in seinen individuellen Bedürfnissen nicht gerecht werden. Es ist auch immer wieder festgestellt worden, dass sich zwei Welpen viel zu sehr miteinander beschäftigen und so intensiv aufeinander fixiert sein können, dass der Mensch als Bezugsperson schlichtweg außen vor bleibt. Die Chancen zum Aufbau einer bleibenden Bindung zwischen Mensch und Hunden sind daher eher aussichtslos."

Oh je..., in der Regel mögen die Autoren natürlich Recht gehabt haben, aber ich wollte meinen Traum um keinen Preis aufgeben. Schließlich konnte ich schon jahrelang, mit meinen zwei unkastrierten Rüden, Erfahrungen sammeln. Es gab bei uns nie ein Problem und wir hatten tolle Jahre miteinander. Ich habe viel Zeit und bin sehr motiviert. Natürlich weiß ich, dass es anstrengend werden wird, aber auch lustig, herzerquickend und sehr lehrreich. Außerdem bekommt man nur einmal im Leben so eine Chance und ich freue mich so sehr auf ein Leben mit ihnen. Und unser 14 jähriger Rüde? Wir kennen ihn, er wird es meistern und auch noch Spaß dabei haben.
Also, trotz aller negativen Berichte und Erfahrungen, glauben wir in unserem Fall, dass es funktionieren wird...

Wie wir unsere Eurasier Welpen abgeholt haben und wie es bei uns dann weiter ging, berichte ich im nächsten Eurasier Journal.

Liebe Grüße,  Petra de Roo