Smoezel und Spetter

Also, zwei Welpen werden es...spannend...und wir freuen uns riesig. Wir haben die beiden jedes Wochenende besucht. Sehr lieb von Familie Janßen, dass wir das durften. Es ist schon viel Arbeit, Welpen groß zu ziehen, ohne das die neuen Besitzer dabei sind, also "Hut ab".

Als wir S&S das letzte mal vor dem Abgabetermin besucht haben, bemerkten wir, dass aus den Welpen plötzlich schon richtig kleine Hunde mit einer eigenen Persönlichkeit geworden sind. Wenn wir sie auf den Arm nehmen wollten, haben sie sich teilweise kräftig gewehrt, weil sie wieder spielen wollten und wir natürlich auch noch fremd für sie waren. Ein bisschen enttäuscht waren wir schon und am liebsten hätten wir die beiden an dem Tag gleich mit nach Hause genommen. Das ging natürlich nicht, wir hatten noch zehn "Warte-Tage" vor uns...
Gefühlsmäßig haben die Tage doppelt so lange gedauert, aber endlich war der Tag dann doch da. Wie sagt man so schön? Kurz und schmerzlos sollte es sein. Das hat natürlich nicht ganz so geklappt, weil es nicht schmerzlos sein kann, wenn man sich von solchen tollen Welpen verabschieden muß...aber kurz haben wir geschafft.

Tja, und dann ging es endlich los. Der rötliche Smoezel (holländischer Klang Smuzel) hat sich im Auto gleich gegen unseren alten Anthus ausgestreckt und hat geschlafen. Der kleine Spetter hat sich ganz klein gemacht und sich zwischen mir und dem heruntergelassenen Rücksitz versteckt...schon ganz klar, dass wir es mit zwei sehr unterschiedlichen Welpen zu tun hatten.

Zuhause angekommen lief alles so gut wie perfekt. Die Zwei waren sehr brav, lagen neben Anthus und knabberten an ihren Kauknochen, standen vor der Tür wenn sie raus mussten und haben ohne heulenden Heimweh nachts neben uns in ihren Reisebett geschlafen...wirklich traumhaft...aber dann kam der nächste Tag. Von Schüchternheit war keine Rede mehr. Die Jungs sind in alle Richtungen"geflogen", manchmal auch in verschiede Richtungen, so dass ich garnicht genug Augen und Hände hatte, um alles im Griff zu halten. Sie standen vor verschiedenen Türen, wenn sie mußten und dann ging es bei einem von beiden natürlich auf den Teppich. Aus dem Blickwinkel der Welpen gab es natürlich jede Menge zu entdecken: Socken, Pantoffeln, Kabel, Zeitungen, Taschentücher, Decken, Kissen u.s.w.!...kann nicht, darf nicht, geht nicht, komm, komm, NEIN...
Lampen sind umgekippt und Stühle wurden verschoben. Auch beim Essen habe ich gestaunt. Ich wollte die Näpfe auf den Boden stellen, aber die waren schon leer bevor sie den Boden überhaupt erreicht haben. Sie haben fürchterlich getobt und kaum geschlafen, ich mußte die Kleinen einfach zwingen auch mal Pause zu machen. Ins Bett locken und schlafen, selbst daneben sitzen und vorallem nicht bewegen und hoffen, dass es einen Moment Ruhe gibt. Auch am zweiten Tag sind Smoezel und Spetter völlig ausgeflippt, für mich gab es keine Zeit um etwas zu essen oder zu trinken. Abends habe ich mir schon Gedanken gemacht, ob es der richtige Wunsch war und ein paar Tränen sind auch geflossen.

Am nächsten Tag habe ich darüber nachgedacht, dass es vielleicht alles zu viel für Smoezel und Spetter war. Wir, das neue Haus, die andere Umgebung und Geräusche, die Spaziergänge im Hunde-Buggy. Einfach zuviel neue Reize für zwei kleine Welpen. Also habe ich unseren Lebensraum beschränkt auf das ebenerdige Schlafzimmer und Badezimmer (dort konnten sie sich auch auf die kühlen Fliesen legen). Reizarm, aber mit allem was sie brauchten...puuhh...es gab tatsächlich mehr Ruhe. Wir haben somit sogar einen angenehmen Rhythmus gefunden: Essen, pipi machen, spielen, pipi, schlafen, pipi, spazieren gehen, essen, pipi u.s.w.. Ich war sehr erleichtert, denn genau so hatte ich mir das vorgesetellt: Keine Zeit für andere Sachen, aber entspannt mit meinen Hunde-Babys beschäftigt sein.

Die nächsten Wochen liefen dann ruhig und es war eine Freude mit den beiden zusammen zu sein. Langsam habe ich ihnen ihr Revier erweitert und beobachtet, ob sie alles bewältigen konnten. Erst dann habe ich den nächsten Schritt gemacht, was gut funktioniert hat, denn sie sind nicht mehr so überdreht gewesen...

Wenn wir mit dem Buggy unterwegs waren, wurden wir von anderen Leuten begeistert angesprochen und ich war eine stolze "Hundemutter" ha,ha...vom sicheren Buggy aus haben Smoezel und Spetter alles kennengelernt: Fahrräder, Autos, andere Hunde (auf Augenhöhe), Pferde, Kinder und Erwachsene. Das war ein großer Vorteil für später an der Leine.

Als Smoezel und Spetter ungefähr 11 Wochen alt waren, durften sie ohne Leine mit anderen Hunden spielen, schließlich ist die Sozialisierung auch sehr wichtig. Es ist alles gut gegangen, aber leider war wohl einer der Hunde krank und meine beiden haben sich angesteckt. Angefangen hat es mit Erbrechen und hinzu kam noch ein starker Durchfall. Es war so schlimm, dass wir in einer Nacht in die Tierklinik fahren mussten, in der beide eine Infusion bekamen. Es trat zwar eine Verbesserung ein und Smoezel und Spetter waren auch wieder munter, aber der Durchfall hörte einfach nicht auf. Ständig saßen wir bei der Tierärztin und versuchten es mit einer Anti-Wurmkur, Durchfallhemmer, Diätfutter u.v.m. in den Griff zu bekommen, leider half nichts. Eine erweiterte Kotuntersuchung erbrachte ebenfalls nichts und ich war verzweifelt.

Im Internet hatte ich auf der Seite von Farmfood mal eine ähnliche Geschichte gelesen. Diesen Leuten wurde von einem Ernährungswissenschaftler geholfen. In meiner Panik habe auch ich Kontakt gesucht und unter Tränen gefragt, ob sie mir helfen könnten. Wir bekamen einen sachkundigen Futterplan und es ging den beiden nach zwei Tagen sehr viel besser. Ich war erleichtert und sehr dankbar.
Meine Güte, was kann man glücklich sein, wenn alles wieder in Ordnung ist. Natürlich hat es auch meinen alten Anthus erwischt, aber auch er hat alles gut überstanden. Nie wieder würde ich meine jungen Welpen mit unbekannten Hunden spielen lassen...aber jetzt haben wir wieder Spaß und sie entwickeln sich prächtig.

Smoezel ist ein sehr lieber, ruhiger "Schmuser" der uns dahin schmelzen läßt und Spetter ist etwas ungezogener, aber sehr witzig und froh, und er bringt uns jeden Tag zum Lachen...ich fühle mich wie frisch verliebt!

Mehr über Smoezel und Spetter im nächsten Journal, bis dahin.

Liebe Grüße,    Petra de Roo