Kwispel & Co.

Schon wieder ist es ein Jahr her, dass wir mit drei Eurasier zusammen leben, es hat uns besonders gut gefallen, es war eine sehr schöne Zeit mit Anthus, Smoezel & Spetter. So schön, dass mir klar geworden ist, dass ich gerne mit drei Eurasier weiter leben möchte, wenn Anthus uns mal verlassen wird...
Anthus noch fit und munter...
Anthus noch fit und munter...
Die Zwillinge haben sich zu lieben, freundlichen Hunden entwickelt und Anthus ist zwar schon alt, aber noch fit und munter. In meinen Gedanken entstand der heimliche Wunsch, dass zu diesen drei eigentlich noch ein Welpe passen würde....Als mein Mann auch noch die gleiche Idee hatte, war die Entscheidung, dass bei uns noch ein Eurasier willkommen ist. Wir hatten keine Eile, aber es wäre natürlich schön, wenn Anthus auch noch eine Weile dabei sein könnte. Er ist ein guter Erzieher und ich hätte dann vielleicht noch ein bisschen Zeit, die Erfahrung zu machen, wie es ist mit vier Eurasier unterwegs zu sein...Aus diesem Grund haben wir uns gleich bei der Zuchtstätte „vom Dollart“ gemeldet. Die Züchterin von Spetter & Smoezel, denn sie plante mit ihrer Hündin Femi, im Frühjahr den B-Wurf. Es wird wahrscheinlich auch schwierig sein, einen Züchter bzw. Züchterin zu finden, die uns, mit schon einem"drei Rüden Rudel", noch einen Welpen abgibt, wenn sie uns nicht kennt....Also die Vorfreude hat begonnen...

Ich weiß nicht wie es Ihnen als Eurasier Liebhaber geht, aber ich stöbere gerne mal im Internet auf dem Züchter Portal und der Website von der EZV, wo alle Deck- und Wurfmeldungen angegeben werden. Ich finde es faszinierend  zu sehen was für Welpen aus welcher Verpaarung kommen. Ebenso wie sich die Welpen in den ersten acht Wochen entwickeln und wenn ich Glück habe, kann ich auf der Homepage der Zuchtstätte auch noch verfolgen, wie die Welpen groß werden. So stieß ich eines Abends auf die Homepage „vom Erlengrund“, auf Amori, einen kleinen Rüden, dem abgesagt wurde und der nun noch ein liebevolles neues Zuhause sucht. Sein Blick auf dem Foto hat mich sofort verzaubert, erklären kann ich das nicht richtig, aber ich wusste auch gleich dass er gut zu uns passen würde. Deshalb habe ich die Züchterin auch noch am selben Abend angerufen! Leider hatten sich inzwischen mehrere Interessenten gemeldet, mit denen auch schon Besuchstermine ausgemacht waren. Aber wir hatten noch ein angenehmes Gespräch und versprochen wurde das Frau Heinsch mich auf dem laufenden halten wird, wie es gelaufen ist zwischen Amori und seinem Besuch....Samstagabend klingelte das Telefon, ob wir noch interessiert sind an Amori?? WAS!!!...wie, ECHT???...und so fuhren wir am nächsten Tag Richtung Bayern.

Was da passierte lässt sich kaum beschreiben....Unsere Hunde haben wir zuerst in dem umzäunten Garten frei laufen lassen, wo sie auch Mutter Stella begrüßen konnten, dann habe ich Amori auf meinen Schoß bekommen, von wo er sich bequem alles anschaute...Später haben wir erfahren, dass Amori das vorher "bei keinem wollte“. Als dann alle meine Jungs Amori beschnüffelt hatten, haben wir ihn los gelassen...und das hätten wir filmen sollen... So wie er von Anthus, Spetter & Smoezel aufgenommen wurde, in ihrem Rudel, hat uns allen die Tränen in die Augen getrieben, es war so rührend. 


Anthus hat ihm etwas gezeigt,


Spetter hat mit ihm gespielt 


und Smoezel hat ihn umsorgt...
...etwas besonderes! Da gab es keinen Zweifel, er gehört zu uns und weil er so ergiebig mit seinem Schwänzchen gewedelt hat, haben wir ihn Kwispel genannt. (Holländisch Kwispel = Wedler).

Für uns eine reizvolle Woche später haben wir Amori-Kwispel noch einmal besucht und wieder entstand da ein Quartett als ob es schon immer so gewesen war. Der Kleine hat sich deutlich wohl gefühlt zwischen den Großen...Ich erzähle diese Geschichte, weil es im Voraus eigentlich nicht viele positive Reaktionen gab, die durchschnittliche Meinung war, dass sowohl die Züchter als auch wir, ein zu großes Risiko eingingen... Das kann sein, aber Ausnahmen bestätigen die Regel, oder? Und ich glaube sehr stark, hier gibt es eine... Sieben lange Tage später haben wir Kwispel dann abgeholt, sind mit allen „16 Pfoten“ erst ins Sauerland und einen Tag später dann nach Holland gefahren.
Die Abgabe bei Familie Heinsch
Die Abgabe bei Familie Heinsch
Was uns bei allen Eurasiern bisher gut gefallen hat, war ein Reisebett im Schlafzimmer, wo die Welpis dann die erste Zeit nachts schlafen konnten. Neben unserem Bett aufgestellt, nach allen Seiten durchsichtig, hat das auch immer gut geklappt. So, nicht bei diesem kleinen Racker, er brauchte nur ein paar Sekunden um raus zu klettern! Wir haben es noch ein paar mal versucht, aber er wollte einfach nicht in seinem Bettchen bleiben, haha.... , als sich unser Kleiner nun auf unser Bett legen durfte (eine Schutzdecke als Unterlage) beruhigte er sich und schlief zufrieden ein! Bei einem Telefonat mit Frau Heinsch, erzählte sie mir, das Kwispel ab dem Zeitpunkt unseres ersten Besuchs, bei jedem klingeln an der Haustür über das Innen Welpen Gehege kletterte, und zielstrebig mit zur Tür lief, als ob er fragen wollte: “Ist meine Familie wieder da“? Das zeigte er auch bei der Wurfabnahme, Frau Schober war ganz überrascht, wie geschickt und sicher er dieses 80 cm Hindernis bewältigte! 

Gar nicht so schlecht im Buggy!
Gar nicht so schlecht im Buggy!
Die Spaziergänge im Buggy haben ihm auch gar nicht gefallen, raus wollte er, rennen und toben mit den anderen, aber das ging dann leider doch noch nicht, da er noch vorsichtig sein muss mit seinen kleinen Beinchen! Also ist der Buggy erst einmal geblieben....obwohl er alles versuchte unsere Meinung zu ändern.
Fünf Tage später, nach einem herrlichem Spaziergang, als ich Anthus aus dem Auto hob (wegen seinem hohen Alter habe ich ihn in der letzten Zeit gehoben, um seine alten Knochen zu schonen), hat er plötzlich Schmerzen angegeben. Ich konnte nicht herausfinden was genau passiert war, ob er Bauchschmerzen oder sich verrenkt hatte, war mir nicht klar....Also sind wir sofort zur Tierärztin gefahren, nicht meine Eigene und Vertraute, sondern die, die am schnellsten zu erreichen war. Denn mein Bauchgefühl sagte mir, das es ernst ist! Sie hat aber nichts gefunden, obwohl sie ihn komplett untersucht hat, also wurde angenommen das er sich Versprungen hat. Sie hat mir Spritzen mit einem Schmerzmittel mitgegeben und das war es. Ich war immer noch sehr beunruhigt weil seine Füße kalt waren und das kannte ich gar nicht von ihm. Ein Tag später ging es ihm wieder besser, ich war mit ihm und Kwispel gemeinsam kurz spazieren und habe nichts mehr gesehen oder gemerkt an Anthus. Er hat nachher noch gut gefressen und sich dann auf seinen Lieblings Schlafplatz gelegt. Später als ich nach ihm geschaut habe, hatte er seinen Urin laufen lassen und konnte nicht mehr aufstehen. Mein Herz blieb fast stehen, und ich wusste, jetzt muss ich stark und ruhig bleiben, ihm helfen, so wie ich es Anthus immer versprochen hatte. Ich habe ihn sauber gemacht, ins Wohnzimmer getragen und bequem hingelegt, ihm alle Spritzen mit Schmerzmittel gegeben die ich noch hatte und den Tierarzt angerufen. Ich legte mich zu ihm, habe danke gesagt für all die schönen Jahre die wir gemeinsam hatten und zusammen haben wir gewartet. Der kleine Kwispel war rundum Anthus am spielen, sich nicht bewusst, was für ein Drama sich dort gerade abspielte. Spetter hat sich auch zu uns gelegt und Smoezel hat noch seine Ohren geleckt...Als der Tierarzt kam wussten wir, dass es geschehen muss....Spetter wehrte sich kräftig und wollte den TA nicht in die Nähe von Anthus lassen, es war herzzerreißend....Anthus schlief mit 14 Jahren und 9 Monaten friedlich ein. Meine erste große Hundeliebe, keinen einzigen Tag ohne meinen vierbeinigen treuen Freund, er hinterlässt uns wunderschöne Erinnerungen.

Nachdem Anthus gestorben war, untersuchte der TA  noch seinen Bauch , er fand eine große Schwellung, wahrscheinlich ein Milztumor der angefangen hatte zu bluten. Das käme öfter bei älteren Hunden vor meinte er. Wir ließen sein Blut fast jeden Monat kontrollieren, die Werte waren bis zum letzten mal in Ordnung. Wir waren schockiert... 

Dicke Freunde
Dicke Freunde

Aber wie immer , zeigen uns die Hunde wie es weiter geht....obwohl es Spetter anzusehen war wie sehr er seinen Spielfreund vermisst. Smoezel tobt viel mit Kwispel und Spetter hatte gerne mit Anthus gespielt...Er war plötzlich sehr anhänglich und hat viel öfter als sonst meine Gesellschaft gesucht. Wie sehr ihn das alles mitgenommen hat, haben wir erst später gemerkt, als Kwispel für seine Impfung bei unserer Tierärztin war. Spetter hat auf einmal sehr komisch geschrien und ist sogar auf den Behandlungstisch gesprungen um so zu verhindern das Kwispel seine Spritze bekommt....Ich glaube er hat eine Spritze mit dem Tod von Anthus verknüpft, schade, das hätten wir ihm ersparen können, wenn wir es im voraus gewusst hätten. Ich habe mal gelesen das es auch für Tiere wichtig ist, das sie sich verabschieden können, aber dabei sein hat leider für Spetter zu viel Eindruck hinterlassen, das tut mir sehr weh.

Nun haben wir viel zu schnell wieder ein Rudel von Drei, aber drei entzückende junge Hunde, die uns jeden Tag zum lachen bringen und uns auch keine Zeit zum trauern lassen, weil sie zusammen viel Energie haben und manchmal sehr ungestüm miteinander spielen können, haha. Vorläufig kann ich die Truppe nicht aus den Augen lassen. Kwispel erfindet jeden Tag neue Spielchen und die anderen beiden machen gerne mit, zum Lachen, eine aufregende und schöne Zeit, aber manchmal braucht man auch starke Nerven, denn wir hatten noch nie einen Welpen der so unternehmungslustig ist, er findet wirklich ALLES interessant und zeigt so den anderen alle Gegenstände mit denen man noch seinen Spaß haben kann...Aber wir wissen das diese Phase auch wieder vorbei geht, wichtig ist jetzt, dass sie gut miteinander auskommen und Spaß haben, denn Kwispel ist ja schließlich erst drei Monate alt...

Wie Kwispel sich zusammen mit Spetter & Smoezel weiter entwickelt berichte ich gerne im nächsten Journal...

Liebe Grüße,

Petra de Roo