Bokar & Co.

Liebe Eurasier Freunde,

wie versprochen melde ich mich wieder bei euch, weil sich bei uns was besonderes getan hat. Erinnern sie sich noch an unsere Abenteuer mit den 2 Welpen vom Dollart, Spetter und Smoezel, die schon nach einem Jahr Gesellschaft bekommen haben, von Amori-Kwispel vom Erlengrund. Wie ich mich darüber gefreut habe, noch eine weile Erfahrungen sammeln zu können, wie ein Leben mit 4 Eurasier aussehen wird. Leider hat das damals nur gut eine Woche gedauert, dann hat unser alter Anthus uns leider verlassen müssen...
Wir hatten bis jetzt eine super schöne Zeit mit unseren drei jungen Rüden. Das zusammenleben war einfach schön und brachte uns viel Freude - musste dann unbedingt noch ein Eurasier dazu geholt werden? Nee, auf keinen Fall, wir wollten das Glück was wir schon hatten, in keinster Weise gefährden und doch ist es passiert. Der kleine wuselige, niedliche, ruhige, hübsche, bezaubernde, Herzschmelzende, liebe Schmusebär Bokar vom Erlengrund hat sein Zuhause bei uns gefunden...
Hatten wir das vor? Nee! Ist es vernünftig? Wahrscheinlich nicht - und es gibt bestimmt viele Gründe, um so ein neues Abenteuer nicht einzugehen, aber mein Herz hat „JA“ gesagt und das war nur noch mit einen „NEIN“ von meinem Mann zu umgehen... Doch auch er hat es gesehen: Diese Chemie, die entstand als wir uns bei der Züchterin das erste Mal zusammen fügten, konnte man nicht verneinen.
Aber so ganz unüberlegt und impulsiv wie das jetzt rüber kommt, war es auch wieder nicht. Es ist nicht so, dass wir gestern noch nie darüber nachgedacht hätten und uns heute spontan für einen vierten Eurasier entschieden haben. Mein Mann wusste es schon und auch bei den Züchtern war bekannt, dass die Gedanken an 4 Eurasiern in meinem Hinterkopf schon öfters herumspukten und deswegen konnten auch schon viele Bedenken widerlegt und manche Frage beantwortet werden.

So war der finanzielle Aufwand als machbar eingestuft, wenn man nur von den Gedanken an 4 Eurasier schon sehr glücklich wird, dann ist das eine gute Motivation um einige weitere Wünsche dafür einzuschränken... Wir sind lieber 365 Tage im Jahr glücklich als 3 Wochen im Urlaub ;)).

Auch unser soziales Leben ist nicht vorbei mit einem Viererer Rudel , wir sind auch mit 4 Hunden willkommen bei unseren Freunden. Manche sind sogar begeistert! Ja, natürlich gab es Leute, die schon als wir noch drei Jungs hatten, abgehakt haben, aber dafür gibt es auch wieder neue liebe Menschen, wo wir nun extra willkommen sind. In Urlaub fahren mit allen vier, scheint bis jetzt auch noch kein Problem zu werden, auf meine Anfrage für ein Ferienhaus, wo wir mit den Hündchen wohnen dürfen, könnte ich aus vielen Häuschen wählen...

Es gab bis heute auch keine Situationen in unserem Leben, wo die Hunde uns nicht mit begleiten konnten und wenn es mal so sein würde, dass uns beiden gleichzeitig was passiert, dann kommt eine Freundin in unser Haus, wohnt hier und wird die Schätzchen betreuen und Liebhaben.

Und wir haben genügend Zeit. Wir haben beide das Glück schon Frührentner zu sein,  noch bei guter Gesundheit sind und viel Spaß daran haben mit den Hunden unterwegs zu sein, mit vier sogar noch mehr als mit drei. Mein Mann hat oft alle drei Hundekinder geführt und ist von denen leicht hochgezogen worden als es bergauf ging und ich...ich konnte immer hechelnd hinter den Männer her rennen, was mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Jetzt wo jeder zwei Hunde als Begleiter hat, sieht es für mich viel besser und entspannter aus und ich komme wieder gerne mit spazieren.
Außerdem bewohnen wir ein Freizeithäuschen, wo es erlaubt ist mit dreckigen Füßen herein zu kommen. Alles so eingerichtet, das die Hunde hier stressfrei leben können und es für jeden einen privaten Liegeplatz gibt. Obwohl sie am liebsten zusammen in unsere Nähe liegen. Auch nerven wir keine Nachbarn mit unserem Rudel, weil es die nicht gibt, hier am Ende der Welt im Sauerland.

O ja, ein größeres Auto brauchen wir auch nicht, alle Fellnasen können komfortabel mit uns in die Welt fahren, wir müssen uns nur einen Dachkoffer für unser Gepäck anschaffen, was doch überschaubar ist.

Das alles hatten wir uns schon mal überlegt, noch bevor der kleine Bokar plötzlich unseren Weg kreuzte ... 
In der Zuchtstätte vom Erlengrund war der B-Wurf geboren und wir haben das alles  natürlich verfolgt, weil es ja die Halbgeschwister von unserem Amori-Kwispel sind. Nach einigen Wochen wurde Bokar abgesagt, weil sein neues Frauchen eingesehen hatte, doch nicht genügend Zeit für einen Welpen zu haben, was bestimmt eine schwierige Entscheidung gewesen ist. Danach gab es nur Interessenten, die nicht zu Bokar oder sowieso nicht zu einen Eurasier gepasst haben. 

Wir telefonierten häufig mit der Züchterin, um die Entwicklung von Kwispel seinen Halbgeschwistern noch genauer mit zubekommen! Da kam natürlich auch die Frage von uns, wie es denn mit Interessenten für Bokar aussieht. Wir erfuhren, dass bis jetzt noch nicht der passende dabei war und die Züchterin erzählte von einigen Anmeldungen. Es gab z.B. Veganer, die sich geekelt haben vor Fleisch oder Fleischprodukten, ein Mann war auf der Suche nach einen Wachhund für seine Firma, Zwinger war schon vorhanden... Dann gab es noch eine Polizeihundeschule mit Schutzhundeausbildung im Angebot. Beim nächsten war der Liegeplatz schon im Keller eingerichtet und eine junge Mutter mit einem Baby, die ihre Tätigkeit als Tagesmutter wieder aufnehmen wollte. Alles keine Option für die Züchterin!
Bei einem Telefonat fiel der Satz, "Bokar wartet vielleicht auf euch!! Eigentlich würde er mit seiner ruhigen und unterwürfigen Art gut zu Euch und eurem Rudel passen!" Das war natürlich halb als Scherz gemeint, aber wir sind trotzdem in den nächsten Tag hingefahren um uns Bokar mal anzuschauen und zu sehen wie unsere Jungs auf ihn reagieren würden. Haha..., die Jungs haben Bokar nicht mal als einen Hund erkannt. Er könnte auch ein Kaninchen oder Eichhörnchen gewesen sein, da wurde gestupst und in sein Fell gezwickt, also mit 5 Wochen war noch überhaupt nicht zu sehen ob mein Dreierpakt mit Bokar einverstanden war.

Aber mit sieben Wochen hatten wir alle den Eindruck, dass es gehen würde, dass Bokar sich einfügen könnte und so durfte er die Nummer „4“ in unserem Rüdenrudel werden, wenn auch mein Mann einverstanden ist. Und das war er - nun war klar das Bokar unser neues Familienmitglied werden sollte... Das einzige Problem war, dass es noch einige Monate dauern würde, bis mein Mann auch in Rente gehen konnte und ich bis dahin klar kommen müsste, mit drei Junghunde und einem Welpen. Ach, wenn es nicht schlimmer wird...
Also haben wir Bokar 2 Wochen später abgeholt. Ich war auf alles vorbereitet, auf viel Wirbel im Haus, auf nächtliche Unruhe, auf angekaute Pantoffeln und gerissene Gardinen - aber nichts von allem. Der kleine Bokar hat es uns sehr leicht gemacht. Er war erstaunlich stubenrein, stand vor der Tür als er raus musste, aber wir dummen Menschen haben damit noch nicht gerechnet und anfangs zu spät reagiert. Er hat seine „Baby-Bett-Höhle“ gerne angenommen als seinen Schlafplatz und hat sich -einmal im Bett - nicht mehr gerührt. Als ich dann nachts raus musste gingen wir zusammen, also das lief auch sehr entspannt. Er hat sich sehr wohl gefühlt mit den andern Geschwistern und umgekehrt, da wurde viel gespielt, umsorgt und gekuschelt. Es war sogar ruhiger im Haus als mit dem Dreierrudel. Als ob ein neues Gleichgewicht entstanden war, wir waren sehr überrascht, damit hatten wir auch nicht gerechnet, es war soooo schön...

Gibt es dann überhaupt keine Nachteile, wenn man vier Rüden als Begleitern hat...? Ja, natürlich gibt es die, so haben wir gemerkt das vor allem 'allein gehende' Rüden sich erschrecken können vor so einem Rüden-Team, meinen, dass ihre letzte Stunde geschlagen hat und sehen nur einen Ausweg: voll attackieren. Deswegen sind wir sehr vorsichtig geworden mit Rüden-Begegnungen, da müssen wir echt Rücksicht nehmen. Mit Rüden, die gelernt haben wie sie sich benehmen müssen in solchen Situationen, gibt es keine Probleme, aber nicht viele Herrchen und Frauchen sind in der Lage ihren Hund das bei zu bringen, dafür haben wir natürlich Verständnis...

Dann gibt es noch das Risiko das wir Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Eichhörnchen unterwegs begegnen und wenn mein Mann oder ich dann alleine unterwegs sind mit den Jungs, ist es plötzlich harte Arbeit, weil sie zusammen dann viiieeeel Kraft entwickeln. Es ist bis heute noch nichts passiert. Aber ganz ohne Verletzungsgefahr ist es nicht, wir sind ja auch schon mit drei Hundis auf die Nase geflogen... Meistens gehen wir dann auch gemeinsam spazieren, so können wir entspannt unterwegs sein.

Nun ist Bokar schon wieder 9 Monate alt, er hat sich ganz unkompliziert seinen Platz erobert im Rudel und in unserem Herzen. Er ist ein super lieber Schmusebär geworden, aber auch ein Profijäger, er ist blitzschnell und als einziger von allen, frisst er seine gefangenen Mäuse auch, haha... Schon als Welpe hat er Kwispel seine Mäuse abgeschmeichelt und -oh Schreck, gefressen. Weil er seine Ohren im Moment zu hat, so nach dem Motto „Frauchen meint mich nicht“, läuft er etwas öfter an der Leine und dann geht es besser. Ich möchte lieber nicht, das er Mäuse frisst...man weiß ja nie...

Inzwischen hat sich das Leben mit vier Eurasier super eingespielt, bis jetzt ist alles sehr entspannt gelaufen, die Hunde sind glücklich, wir sind glücklich. Wir haben es nicht bereut unsere Familie nochmal zu bereichern. Wie gesagt, wir waren schon glücklich mit Spetter, Smoezel und Kwispel, aber mit Bokar ist unser Leben noch schöner geworden. Wie seinen Namen schon sagt, er ist ein Glücksbringer.


Liebe Grüße von,
Petra & Co.